Einem
unwissenden Besucher kann es in vielen Orten Österreichs geschehen, dass er am Karfreitag
oder Karsamstag um 5 Uhr früh erschreckt und unversehens
von einem unheimlich "ratschendem" Geräusch aus
dem Bett gerissen wird.
Wegen der festlichen Stimmung, die das Läuten von Kirchenglocken ausdrücken, müssen siewährend der Zeit zwischen dem Tode Christi und seiner Auferstehung schweigen. Man sagt dann, sie "seien nach Rom geflogen".
Ihre Aufgaben (die Ankündigung der Tageszeiten und der
Ruf zu den Gottesdiensten) werden also von Gründonnerstag bis Karsamstag von hölzernen Klappern,
den sogenannten Ratschen, übernommen. Am Morgen vom Ostersonntag wird die Auferstehung Jesu verkündet. Der Anführer einer Klappergruppe wird „Klappermeister“ genannt.
Deshalb sieht man während diesen
Tagen, besonders in ländlichen Gegenden Österreichs kleine Gruppen von Kindern,
die Ratschenbuben, die mit ihren Lärminstrumenten
durchs Dorf gehen. Mancherorts wird auch nur vom Kirchturm
aus geratscht. Man erlebt die Buben mit von Gegend zu Gegend
deutlich unterschiedlichen Sprüchen, Ratschen, Gewohnheiten
und Regeln.
Ratschen gibt es in den verschiedensten Formen und Konstruktionen:
Schubkarrenratschen, Walzenratschen, Hammerratschen. Gemeinsam
ist allen das rumpelnde, klappernde, eintönige Geräusch,
das sie erzeugen.
Das Prinzip, nach dem dieses Lärminstrument
funktioniert, ist einfach. Mit einer Kurbel wird eine gezackte
Walze gedreht, auf der etwa 10 cm breite Brettchen, auf denen
ein Holzspan befestigt ist, aufliegen. Beim Drehen springt der
Holzspan von Zacke zu Zacke und erzeugt dabei das "ratschende"
Geräusch.
Ratschen
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Die Ratscherbuam werden in Gruppen aufgeteilt und decken
verschiedene Ortsgegenden ab. Meistens haben sie auch ein schönes
Sprüchlein bereit wie:
Osterratschen in Gars am Kamp
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"Wir ratschen, wir ratschen zum Englischen Gruß
Den jeder katholische Christ beten muss.
Kniet's nieder, kniet's nieder auf eure Knie,
bet's drei Vaterunser und drei Avemarie."
Das Ratschen ist für die Kinder und Jugendlichen des öfteren nicht umsonst. Am Nachmittag des Karfreitags laufen in manchen Gegenden die Ratschenbuben mit Körben (meist von den jüngeren getragen) und ihren Ratschen von Haus zu Haus um Eier zu Sammeln.
Vielseitig ist die Interpretation dieses Brauches. Einige meinen,
dass das hässliche Ratschen die Störung der Natur beim Tode Jesu Christi ausdrücke, andere sehen darin Reste einer alten Lärmabwehr.
Briefmarke
Dieser stimmungsvolle Osterbrauch hat es in Österreich sogar zur Ehre eine Briefmarke gebracht.
Österreichische Feste und
Bräuche
im Jahreskreis (Auf das Bild klicken,
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Holzratsche (Auf das Bild klicken,
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Doppelratsche Naturholz (Auf das Bild klicken,
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Magisch Reisen Österreich
Lebendiges Brauchtum
und alte Kultplätze (Auf das Bild klicken,
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Wir feiern Ostern (Auf das Bild klicken,
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Österreich für Deutsche
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