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Otto Wagner



Otto Koloman Wagner (1841-1918) war der bedeutendste österreichische Ar­chitekt und Stadtplaner seiner Heimatstadt Wien. Seine Jugendstilbauten, sei­ne universitäre Tätigkeit und seine Abhandlungen über Stadtplanung brach­ten ihm in den 1890er Jahren sehr viel Ruhm ein.
Otto Wagner war einer der Wegbereiter der Wiener Moderne. Er überwand den Historismus, das Nachahmen von älteren Stil­richtungen, wie es im 19. Jahr­hun­dert in der Architektur üblich war, um ein neues, der Zeit und dem Leben moderner Men­schen gemäßes Bauen zu propagieren. Seine Bauten vereinten technische Zweck­mäßigkeit mit ästhetischem Anspruch.
Stadtbahnstation Karlsplatz (1899) Foto von Clemens Pfeiffer: Lizenz
Otto Koloman Wagner kam am 13. Juli 1841 in Penzing bei Wien in einer groß­familie zur Welt. Von 1850 bis 1852 besuchte er das Wiener Aka­demische Gymnasium, danach das Konvikt Kremsmünster. In den Jahren zwi­schen 1857 und 1862 studierte Otto Wagner an der Königlichen Bauakademie in Berlin und am Polytechnischen Institut in Wien, sowie an der Akademie der bil­den­den Künste. Seine Erfolgsserie begann mit dem Sieg im Wettbewerb um die Gestaltung des Kursalons im Wiener Stadtpark. 1879 bekam er den Auf­trag für die Festdekorationen für die Feier der Silberhochzeit des Kaiserpaars, ein Jahr später entwarf er den monumentalen Museumsbezirk in Wien (Projekt "Artibus"). In den1890er Jahren war Otto Wagner bereits der einflussreichste Architekt in Wien: Er wurde Professor an der Akademie der bildenden Künste und bekam den Auftrag für die Generalregulierung der Stadt.
Haus an der Wienzeile mit goldenen Ornamenten von Koloman Moser (1898)
Wagner bekam den Auftrag, eine Wehr- und Schleusenanlage am Stadtrand von Wien zu bauen, im Stadtteil Nussdorf (1892). Zeitgleich wurde mit dem Bau der Wiener Stadtbahn begonnen und mit der Umwandlung des Donau­ka­nals in einen Handels- und Winterhafen. Für die Stadtbahn entwarf Otto Wag­ner die Brücken, die Viadukte und die Stationsgebäude. Die Station am Karls­platz gilt als besonders gelungenes Beispiel von Jugendstil.
Fassade von Otto Wagners Majolikahaus an der Wienzeile (1898)
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich Wagners Stil. Er wandte sich von den typischen historistischen Formen seiner früheren Bauten ab und schuf den Stil, für den er hauptsächlich bekannt ist: die Wiener Variante des Jugendstils. Diese wurde bekannt als "Secessionsstil", abgeleitet von der Wie­ner Secession, einer Vereinigung von bildendern Künstlern in Wien der Zeit um die Jahrhundertwende. Charakteristisch für diese "secessionistische" Pha­se Otto Wagners sind vor allem die flächigen Ornamente.
Die erste Otto-Wagner-Villa entstand in den Jahren 1886 bis 1888 an der Hüt­tel­bergstraße in Penzing (dem 14. Wiener Bezirk). Die Villa ist auch bekannt als Ernst-Fuchs-Villa, denn sie befindet sich seit langem im Besitz des be­kann­ten Malers Ernst Fuchs, eines der Gründer der Wiener Schule des Phan­tas­ti­schen Realismus. Sie beherbergt das Ernst Fuchs-Privatmuseum.
Die erste Otto-Wagner-Villa in Penzing (1888)
Mit der Zeit wurden die Formen in Wagners Bauten immer schlichter und auf Funktionalität gerichtet. So wurde Wagner praktisch zu einem der Urväter der Neuen Sachlichkeit, die später zum Bauhausstil führen sollte. Herausragende Beispiele sind seine 1912–1913 erbaute zweite Villa in Hütteldorf. Große An­er­kennung fand Otto Wagner auch für sein Postsparkassengebäude, das eines der berühmtesten (und meistfotografierten) Jugendstilgebäude Wiens ist.


Charakteristisch für den Bau ist eine nüchterne Architekturform im Äußeren und ein strenger Funktionalismus im Inneren. Das Gebäude ist eine ge­lun­gene Synthese von Funktionalität und Ästhetik. Er wurden allerneueste Mate­ria­lien wie Stahlbeton und Aluminium verwendet, sowie Glasziegel am Boden des Kassensaales. Dadurch bekommen die darunterliegenden Räume mehr Licht.
1907 baute Otto Wagner die Kirche zum Heiligen Leopold (im Volksmund Kir­che am Steinhof), am Stadtrand von Wien. Die Kirche gilt als eines der bedeu­tendsten sa­kra­len Bauwerke des Jugendstils. Eines der markantesten Merk­male der Kirche ist die auf einem byzantinischen Motiv basierende goldene Kuppel. Die von Koloman Moser entworfenen Glas­mo­saikfenster wurden von Otto Wagner so konzipiert, dass der Innenraum der Kirche bestmöglich mit Tageslicht durchflutet werde.
Goldene Kuppel der Kirche am Steinhof (1907)
Der Bau war wegen des neuen Kunststils auch bei den Wienern sehr um­strit­ten. Von Anfang an hatte es zwischen Wagner und Erzherzog Ferdinand, dem Auf­trag­geber, Mei­nungs­un­terschiede gegeben. Als am 8. Oktober 1907 die Kirche durch den Erz­her­zog eröffnet wurde, wurde in den ehrenden Reden Otto Wagner, immerhin der planende Architekt und Erbauer der Kirche, mit kei­nem Wort erwähnt. Der Thronfolger konnte sich auch die Bemerkung nicht ver­knei­fen, dass ihm der Maria-Theresien-Stil besser gefalle. Worauf ihm Wagner erwiderte, dass zur Zeit Maria Theresias die Ka­no­nen noch verziert gewesen seien, und dass ihre Funktionalität nicht im ge­ring­sten dadurch be­einträchtigt werde, dass man sie heute glatt mache. Das kos­te­te Wagner weitere öffentliche Aufträge.
Engelsfiguren an der Kirche am Steinhof (1907)
Eine Pressestimme äußerte sich damals mit diesen Worten: "Und ist es nicht eine hübsche Ironie des Schicksals, dass so ziemlich das erste vernünftige se­zessionistische Ge­bäu­de großen Stils in Wien für die Irrsinnigen gebaut wor­den ist?“. Dazu muss man wissen, dass zur Zeit ihrer Eröffnung die Anstalt, zu der die Kirche gehörte, der psychiatrischen Spitalsbehandlung von Wienern gewidmet war.
Otto Wagner wurden im Laufe seines Lebens mit zahlreichen Ehrungen und Titeln ausgezeichnet. Er war Architekt, kaiserlich-königlicher Hofrat, Professor an der Aka­de­mie der Bildenden Künste in Wien, Ehrenpräsident der Ge­sell­schaft öster­rei­chi­scher Architekten, Ehrenpräsident des Bundes österreichi­scher Künstler, Ehren- und korrespondierendes Mitglied des Royal Institute
of British Archi­tects
in London, und vieles mehr.
Otto Wagner starb m 11. April 1918 im Alter von 76 Jahren in seiner Wohnung in Wien.
 

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