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Festung Hohenwerfen



Die Festung Hohenwerfen, deren Bau in den Jahren 1075 bis 1078 von Erzbischof Gebhard von Salzburg (1060–1088) initiiert wurde, liegt im Salz­bur­ger Pongau inmitten der nördlichen Kalkalpen. Sie ist in ihrer Anlage mit der Festung Hohensalzburg vergleichbar, die in denselben Jahren erbaut wurde. Die Burg thront, vom Norden und vom Süden sehr gut sichtbar, auf einem 155 m hohen Felskegel über dem Salzachtal am nördlichen Ende des Mark­tes Werfen.

Festung Hohenwerfen auf einem alten Gemälde
Die mächtige Verteidigungsanlage gilt als eines der besterhaltenen Bauwerke aus dem späten Mittelalter. Im Laufe der Jahrhunderte war sie immer wieder Schauplatz von An­griffen und Belagerungen.

Hohenwerfen diente den Erzbischöfen von Salzburg nicht nur als Militärbasis, sondern auch als Residenz und Jagdsitz. Die Festung wurde im 12. Jahr­hun­dert erweitert, kleinere Um- und Neubauten wurden bis ins 16. Jahrhundert hinzugefügt, als 1525 der Deutsche Bauernkrieg ausbrach. Die Bau­ern­auf­stände von 1525 und 1526 hatten verheerende Folgen für die Burg Hohen­wer­fen. Die aufständischen Bauern überrannten die Burg, die kampflos auf­ge­geben wurde, und von den Bauern niedergebrannt wurde. Nachdem die Bau­ern­auf­stände am Ende niedergeschlagen wurden, ließ Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg die Festung Hohenwerfen wieder aufbauen.

Festung Hohenwerfen

Die Burg wurde auch als Staatsgefängnis benutzt und bekam deshalb einen ziem­lich üblen Ruf. Das Gefängnis wurde Zeuge des tragischen Schicksals zahlreicher "Krimineller". Auch verschiedene hochrangige Edelmänner und Herrscher waren Gefangene auf der Burg, wie etwa Erz­bi­schof Wolf Dietrich von Raitenau.


Unter den berühmteren Gefangenen war ein gewisser Josef Steinwender, ein Bauer aus Lasaberg im Lungau, der wegen seiner lutheranischen Bibel­in­ter­pretation zum geheimen Treffpunkt von Bauern und Knechten wurde. 1760 wurde er bei einem dieser Geheimtreffen verraten und tagelang in Schloss Moosham verhört. Schließlich wurde er auf die Burg Hohenwerfen gebracht und in Ketten gelegt, um hier 22 Jahre lang gefangen gehalten zu werden.
Um vor den ständigen Verhören Ruhe zu bekommen, stellte er sich stumm.

Blick auf Werfen
Der "stumme Gefangene" verweigerte jeden Kontakt mit der Außenwelt, so­gar zu seiner eigenen Familie (obwohl er vier Kinder hatte). Nach seiner Frei­lassung nach 22 Jahren Gefangenschaft blieb er auf eigenen Wunsch auf der Burg, wo er sich bis zu seinem Tod am 5. Oktober 1782 sogar selber als Ge­fängniswärter nützlich machte. 

Antike Rüstung

Im Jahr 1898 erwarb Erzherzog Eugen von Österreich-Teschen die Fes­tung und ließ diese zu seinem Fürstensitz ausbauen. Dort befand sich auch seine große Kunst- und Waffensammlung. 1931 brach auf der Burg ein Brand aus, der weite Teile des Osttraktes, des Südtraktes mit dem Kapellenturm und auch des Nordtraktes fast völlig zer­stör­te. Der Schaden war beträchtlich. Es konnten nur Teile des Inventars und der Glockenturm mit der großen Glocke – dem Burgahnl – gerettet werden. Die Festung wurde unter Erzherzog Eugen wieder zum Teil repariert.

Festung Hohenwerfen
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1938 musste der Erzherzog die Burg an die nationalsozialistische Gauleitung verkaufen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde aus der Burg eine Gau­schu­lungsburg der NSDAP. Man hatte zunächst daran gedacht, aus der Burg ein Hochsicherheitsgefängnis für Offiziere der Alliierten, man entschied sich dann aber für Schloss Colditz in Sachsen. Nach dem Ende des Weltkrieges ging die Burg in den Besitz des Landes Salzburg über und wurde eine Zeit lang als Aus­bil­dungs­zentrum der Gendarmerie genutzt.
Seit 1987 ist sie für den Tourismus freigegeben. Für Infos (Öff­nungs­zeiten, Preise, Führungen) siehe hier!

Die Burg Hohenwerfen wurde über eine lange Zeit hinweg von den Salzburger Erzbischöfen als Jagdsitz genützt. Daran erinnert noch heute die Falknerei. Neben dem historischen Landesfalkenhof beherbergt die Burg Österreichs er­stes Falknereimuseum mit Greifvogel-Lehrpfad. Die täglichen Flug­vor­führungen geben einen Einblick in die hohe Kunst der Beizjagd, die noch heute in einigen Kulturkreisen ausgeübt wird.
Greifvogelschau
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1968 diente die Festung Hollywood als Hauptkulisse für den Spielfilm "Agen­ten sterben einsam" (Originaltitel: "Where eagles dare") mit Clint East­wood und Richard Burton. Die imposante, bedrohlich wirkende Burg ist zwar in diesem Film sehr oft zu sehen, Filmort war allerdings die Ortschaft Lofer im Saalachtal (Pinzgau) [], die den Filmemachern wohl fotogener erschien.
Trailer "Where eagles dare" []
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Freilich wurde die "Unerreichbarkeit" der Festung im Film ein wenig über­trie­ben. Dort erreicht man "Schloss Adler" über einen furcht­er­re­gen­den Ab­grund mittels einer steilen Seilbahn, die den Eindruck erweckt, als befände sich die Festung auf einem sehr hohen Berggipfel. Den 155 Meter hohen Fels­kegel kann man indessen leicht zu Fuß erklimmen. Man wandert durch den lichten Wald und erreicht nach etwa 15 Minuten sein Ziel, wenn man sich nicht sogar von einem modernen Personenaufzug direkt in den Burghof befördert lässt. In der Tat wurde beim Drehen der Seilbahn-Szenen die Feuerkogel-Drahtseilbahn [] in Ebensee [] benutzt.

Der Ort und die Festung wurden in weiteren Filmen als Drehort genutzt. Beispielsweise im Jahr 1972 für den Film "Kinderarzt Dr. Fröhlich" mit Roy Black in der Hauptrolle. 1986 wurde hier die Fernsehserie "Frankensteins Tante" produziert.
Trailer "Frankensteins Tante"
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2003 wurde die Burg als französisches Hotel im Film "Voll verheiratet" mit Ashton Kutcher und Brittany Murphy als Drehort genutzt. Ebenfalls als Film­ku­lisse diente die Burganlage für den Fünfteiler "Das zehnte Königreich".
 
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