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Franz Schmidt



Der in Pressburg geborene Franz Schmidt (1874 - 1939) war ein öster­rei­chi­scher Komponist, Dirigent, Klaviervirtuose und Streichquartett-Cellist.
Die Reputation der Komponisten Gustav Mahler, Anton Bruckner und anderer romantischer Komponisten überschatteteten zwar den Ruf Schmidts, den größ­ten Schaden erlitt sein Ruf aber dadurch, dass ihn die Nazis nach dem An­schluss Österreichs im Jahr 1938 als einen hervorragenden Komponisten der "Ostmark" lobten, weshalb ihm später vorgeworfen wurde, er sei ein Sym­pa­thisant der Nationalsozialisten gewesen. Ein Vorwurf, von dem sich die Kritik inzwischen weitestgehend distanziert hat.
Franz Schmidt wurde am 22. Dezember 1874 im damals ungarischen Pozsony (Press­burg) geboren, das nach dem Ersten Weltkriegs unter dem Na­men Bra­tislava zur Tschechoslowakei gehörte und heute die Hauptstadt der Slowakei ist. Seine Mutter, die von Franz Liszt unterrichtet wurde, war für ihren Sohn, dem sie die ersten Klavierstunden gab, die "erste (und beste!) Lehrerin".
Später wurde er von verschiedenen Lehrern unterrichtet, den größten Nutzen brachte ihm aber der Orgel- und Harmonielehre-Unterricht bei Pater Felician, dem jungen Organisten des Franziskanerklosters von Pressburg. Auch wurde er in Wien dem Pianisten und Pädagogen Theodor Leschetizky vorgestellt, von dessen Art des Unterrichtens und Verhaltens er allerdings zutiefst abgestoßen war. 1888 zog Schmidt nach Wien und studierte am Konservatorium der Ge­sellschaft der Musikfreunde Komposition bei Robert Fuchs und Cello bei Fer­dinand Hellmesberger. 1896 schloss er mit "Auszeichnung" ab.
Intermezzo aus "Notre Dame"
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Von 1896 bis 1911 war Schmidt Mitglied der Wiener Philharmoniker und bis 1914 Solocellist im Hofopernorchester (heute Orchester der Wiener Staats­oper) und war als Solist, Kammermusiker, Begleiter und Dirigent gleicher­maßen anerkannt und gefeiert. In dieser Zeit etablierte er sich als Lehrer für Violoncello und Klavier, so dass er schließlich in der Lage war, aus dem Orchesterdienst auszuscheiden, um sich mehr der Komposition zu widmen.
Von da an machte Franz Schmidts Karriere weitere Fortschritte. 1914 bekam er eine Professur für Klavier an der Wiener Musikakademie. 1925 wurde er dort Direktor und war von 1927 bis 1931 Rektor. Als Pädagoge für Klavier, Violoncello, Kontrapunkt und Komposition bildete er an der Musikakademie zahlreiche später bedeutende Musiker, Dirigenten und Komponisten aus, wie Rudolf Wimmer, Alfred Rosé, Theodor Berger und Marcel Rubin. Aus ge­sund­heitlichen Gründen gab er 1937 seine Lehrtätigkeit auf.
Das Buch mit sieben Siegeln - Fuge
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Sein Privatleben war hingegen von dauerndem Unheil überschattet, das ihm jedes dauerhafte Glück versagte. Zwei Jugendlieben blieben unerfüllt, seine erste Ehefrau musste nach mehreren mentalen Erkrankungen 1919 in einer Wiener Nervenheilanstalt stationär behandelt werden (wo sie drei Jahre nach dem Tode Franz Schmidts ein Opfer der Euthanasie-Gesetze der Na­tio­nal­so­zialisten wurde) und 1932 starb seine Tochter Emma bei der Geburt eines Kindes. Der gebrochene Vater bezeichnete seine 4. Symphonie als "Requiem für meine Tochter". Erst seine zweite Ehe mit einer wesentlich jüngeren Kla­vier­schülerin brachte dem bereits mit schweren gesundheitlichen Problemen kämpfenden Künstler eine gewisse Stabilisierung des Privatlebens. Infolge seines schlechten Gesundheitszustands legte er 1937 seine Tätigkeit an der Musikhochschule nieder. Nur zwei Jahre später, am 11. Feber 1939, starb er.
Toccata in C für Orgel
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Franz Schmidt zählt zu den Komponisten der österreichischen Spätromantik. Als Komponist machte er eine langsame Entwicklung durch. Da er ei­ni­ge frühe Werke vernichtete, besteht sein musikalisches Vermächtnis aus zwei Opern, vier Symphonien, zwei Klavierkonzerten für die linke Hand, eini­gen we­nigen Orchesterstücken, mehreren Kammermusiken, ein paar Kom­po­si­tionen für Soloklavier sowie einem recht bedeutenden Katalog an Orgel­mu­sik. Als Hö­he­punkt in seinem nicht sehr umfangreichen, aber qualitativ hoch­stehenden Werk gilt "Das Buch mit sieben Siegeln" und ein "Oratorium nach der Offen­ba­rung des Johannes", an dem er von 1935 bis 1937 arbeitete. Franz Schmidt gilt auch als Vorläufer der Orgelbewegung, da er die or­che­s­trale Orgel der Romantik entschieden ablehnte.
Schmidt fühlte sich seit Lebens als Komponist ignoriert. Davon kann aber nicht unbedingt die Rede sein. Seine Symphonie Nr. 1 E-dur wurde von der Ge­sell­schaft der Musikfreunde ausgezeichnet und ihre Uraufführung am 25. Jänner 1902 in Wien unter der Leitung des Komponisten wurde gut auf­genommen.
 
Eine himmlische Musik
Es ist lange her. Ich konnte mir, als Schüler, beim deutschen Konsulat in Genua Platten ausleihen. Durch Zufall war unter diesen ein Werk des mir völlig unbekannten Franz Schmidt. Es war das Intermezzo aus "Notre Dame". Bald konnte ich mich an diesem Stück (es blieb leider das einzige dieses Kom­ponisten) kaum satthören!

Franz Schmidt
Symphonie Nr. 1 / Notre Dame
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Karajan forever
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The Greatest Classical Hits

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Franz Schmidt
Notre Dame (Oper)
Gesamtaufnahme
Karajan and die Berliner Philarmoniker

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