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Helmut Qualtinger



Helmut Gustav Friedrich Qualtinger (1928 - 1986) war ein Wiener Schau­spie­ler, Schriftsteller, Kabarettist und Rezitator.
Helmut Qualtinger wuchs im Milieu des gehobenen Mittelstandes und Bil­dungsbürgertums in Wien auf. Sein Vater Friedrich war Gymnasiallehrer für Ma­thematik, Physik und Chemie am Alsergrunder Realgymnasium IX Gla­ser­gas­se, heute Erich Fried Realgymnasium, und ein glühender Verehrer des Natio­nal­so­zia­lis­mus, seine Mutter Ida (geb. Ladstätter) Hausfrau. Zunächst studierte er Me­dizin und Publizistik, brach dann aber das Studium ab und begann eine Schau­spielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Frühe Theater­ver­su­che in Wien und Graz endeten zunächst mit Misserfolgen. Qualtinger betätigte sich nach dem Krieg als Journalist, war Gasthörer am Max-Reinhardt-Seminar und spielte auf einer Studentenbühne. Erste Auftritte als Kabarettist folgten ab 1947 im Studio der Hochschulen in Wien, in der Kabarett-Revue Die Grimasse.
Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er aber schon im Mai 1945 als selbst­ernannter Kulturkommissar. Er wurde von der sowjetischen Be­sat­zungs­macht für drei Monate inhaftiert, weil er mit einem Sowjetstern auf der Brust und einem selbstausgefertigten Ermächtigungsschreiben eine Villa für die Gründung eines linksgerichteten Theaters beschlagnahmte und Schauspieler warb. Qualtinger behauptete, ein Freund des Bürgermeisters, Leopold Hofrichter, habe ihn dazu ermächtigt, was dieser bestritt. 1949 hatte sein erstes Theaterstück Jugend vor den Schranken in Graz Premiere. In den Jahren bis 1960 arbeitete er vor allem an verschiedenen Kabarett-Stücken mit dem namenlosen Ensemble (Gerhard Bronner, Carl Merz, Louise Martini, Peter Wehle, Georg Kreisler, Michael Kehlmann u. a.).

Die Zukunft Oesterreichs

Seine „Travnicek-Dialoge“ mit Gerhard Bronner (Autoren: Merz und Qualtinger) sind in die Kabarett-Geschichte eingegangen. Qualtinger war berühmt-berüchtigt für seinen Schabernack. 1951 erlangte er internationale Popularität, als er es schaffte, eine Zeitungsente zu lancieren, in der der Wien-Besuch des berühmten Eskimodichters Kobuk mit seinem Werk Das brennende Iglu angekündigt wurde. Zahlreiche Reporter versammelten sich am 3. Juli 1951 am Wiener West­bahn­hof. Dem Zug entstieg statt des erwarteten Gastes Helmut Qual­tin­ger mit Pelz­mantel und -mütze. Von einem Radioreporter nach seinem ersten Eindruck von Wien befragt, antwortete er: „Haaß is'“ (heiß ist's).
Der Herr Karl ist ein knapp einstündiger Monolog, zwischen Theaterstück und Kabarett angesiedelt, der 1961 von Helmut Qualtinger und Carl Merz ge­schrieben wurde. Das Ein-Personen-Stück, das zunächst mit Qualtinger als Dar­stel­ler für das österreichische Fernsehen verfilmt (Regie: Erich Neuberg, Erst­ausstrahlung am 15. November 1961) und anschließend auf zahlreichen Bühnen aufgeführt wurde, sorgte in Österreich für heftige Kontroversen. Der (Anti-)Held „Herr Karl“, erzählt einem „jungen Menschen“, dem Zuschauer, seine Le­bens­ge­schichte, während er bei der Arbeit im Lager eines Feinkostgeschäftes sitzt. Dabei entpuppt sich der Erzähler zunehmend als opportunistischer Mitläufer aus dem kleinbürgerlichen Milieu, der sich im wechselhaften Gang der öster­rei­chi­schen Geschichte vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ende der Besatzung durchs Leben manövriert hat.
Auf den ersten Blick lässt sich Herr Karl als typischer Wiener, „katholisch“ und „freiheitsliebend“, ewiger Raunzer, charakterisieren. Als repräsentativer Klein­bürger verkörpert er sozusagen die vox populi, die Stimme des Volkes. Äußerlich erscheint der Herr Karl als netter, ehrlicher, aber naiver Kerl mit liebem Blick. Doch nach und nach erfährt der Zuschauer von dem Wendehals, der sich hinter dieser Fassade der Gemütlichkeit verbirgt.

Herr Karl flucht

Als 1934 die klerikalfaschistische Diktatur errichtet wurde, wird Herr Karl, der bis dato Sozialist gewesen ist, zu einem Anhänger der "Christlichsozialen". Nach dem Einmarsch der Nazis 1938 wechselt er sofort in dieses politische Lager, nach 1945 bemüht er sich den Besatzungsmächten dienlich zu sein. Der Op­por­tunist Herr Karl nützt jedoch nicht nur die Anpassung seiner politischen Mei­nung, um Vorteile zu erlangen. Sein Egoismus zieht sich durch sein gesamtes Leben.
Er selbst schätzt sich als „Mann von Welt“ ein, der Zuschauer lernt ihn aufgrund des Verhaltens gegenüber seinen Mitmenschen als skrupellosen Profiteur, Drü­cke­berger und Anpasser kennen. Seine Kaltherzigkeit erlaubt es ihm, andere Leute auszunützen und keine Gelegenheit auszulassen, aus der er Nutzen für sich ziehen konnte.
Quelle: Wikipedia (Lizenz)
 

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