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Otto Schenk



Otto Schenk (geboren 1930 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler, Kaba­ret­tist, Regisseur und Intendant.
Otto Schenks Eltern waren Katholiken. Weil aber seine Großeltern vä­terlicher­seits getaufte Juden waren, verlor sein Vater nach dem „Anschluss“ Öster­reichs an das Deutsche Reich seinen Arbeitsplatz. Otto Schenk selbst musste vorübergehend dem „Deutschen Jungvolk“ beitreten, von dem er wegen sei­ner Einstufung als „Mischling“ wieder ausgeschlossen wurde.

Mein Opa ist der Beste

Nach seiner Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar begann er seine Karriere am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volks­the­a­ter. 1953 inszenierte er erste Aufführungen an diversen Kellertheatern, 1957 inszenierte er am Salzburger Landestheater seine erste Oper, Mozarts "Zauberflöte". Der Durchbruch kam 1962 an der Wiener Staatsoper mit der Inszenierung von Alban Bergs "Lulu". Weitere Erfolge folgten. Schenk spielte und inszenierte an den bedeutendsten Schauspiel- und Opernhäusern der Welt, darunter am Wiener Burgtheater, den Münchner Kammerspielen, der Wiener Staatsoper, der New Yorker Metropolitan Opera, der Mailänder Scala und dem Royal Opera House in Covent Garden, London.
Von 1986 bis 1988 war Schenk Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspie­le, von 1988 bis 1997 war Otto Schenk (gemeinsam mit Robert Jungbluth Di­rektor des Theaters in der Josefstadt, über das er sich äußerte: "Ich bin ge­prägt worden von diesem Theater. Ich habe in der Josefstadt die Natür­lich­keit im Schauspiel gelernt. Dieses Theater hat meinen Stil geprägt, wo immer ich in der Welt gearbeitet habe. Ich habe es nie verraten."

An der New Yorker Metropolitan Opera inszenierte er im Laufe der Zeit zahlreiche Opern von Richard Wagner. 1986 konnte er zum ersten Mal seit 1965 Wagners kompletten "Ring" an der Metropolitan Opera insze­nie­ren. Für seine aus­drucks­star­ken Wagner-Interpretationen erhielt er 2009 den Anton-Seidl-Award der „Wagner-Society of New York“. Insgesamt inszenierte an der „Met“ 15 Werke – öfter als jeder andere Regisseur – und die Menschen an der "Met" nahmen ihn wirklich ans Herz.

Wiener Sprüche


Neben seiner Tätigkeit als Regisseur blieb Otto Schenk immer seinem The­a­ter­pu­bli­kum als Schauspieler treu, niemand stand öfter auf den Brettern, die die Welt bedeuten, als er. Er verkörperte mehr als 100 Rollen auf den ver­schie­densten Bühnen. Er feierte Erfolge als Wladimir in Becketts "Warten auf Godot" (1962), als Thisbe in Shakespeares "Sommernachtstraum" (1966), als Salieri in Shaffers "Amadeus" und viele mehr. In seiner einmaligen Karriere blickt Otto Schenk zurück auf über hundert Rollen, fast hundert Opern- und rund fünfzig Theater-Inszenierungen.

Faust


Als Kabarettist trat Otto Schenk bereits in den 1950er-Jahren im Kabarett Simpl auf. Er prägte die österreichische Schauspielszene auch als großer Ko­miker und gilt als unübertroffener Meister der höheren Kunst des Blö­delns. Außerdem sorgt Otto Schenk seit Jahrzehnten mit seinen Lese­aben­den wie "Sachen zum Lachen" immer wieder für gute Unterhaltung. Seine Popularität in Österreich verdankt er auch seiner regen Bildschirm-Präsenz.

Sachen zum Lachen


Auch als Filmschauspieler und -regisseur war Schenk sehr aktiv: Zu seinen erfolgreichsten Filmen zählen Komödien wie "Mein Opa ist der Beste", "Opa und die 13 Stühle", "Ein Schutzengel auf Reisen", "Ein Herz wird wieder jung" oder "Tafelspitz".


Im Jahr 2000 wurde Otto Schenk für sein Lebenswerk mit dem "Amadeus" ausgezeichnet, 2010 feierte er seinen 80. Geburtstag, ein Alter, in dem die Meisten ihren Ruhestand genießen. Nicht so Otto Schenk, der noch zwei Tage vor seinem Geburtstag in der Premiere von "Einmal noch" auf der Bühne stand.
18. Juni 2014: Otto Schenk wurde mit Leoš Janáčeks Oper "Das schlaue Füchslein", bei der er sich eng an die Vorgaben des Librettos hielt, an der Staatsoper in Wien vom Publikum mit einhelligen Bravorufen empfangen.
 

Otto Schenk

Kennen gelernt habe ich Otto Schenk durch die herzerfrischende TV-Fa­mi­lienkomödie „Mein Opa ist der Bes­te", in der Schenk einen granteligen Opa spielt, der seine vor 8 Jahren von zu Hause ausgerissene Tochter sucht, und sie mit einer ent­zück­en­den dunkelhäutigen Tochter am Wörthersee wie­der fin­det. Eine Ko­mö­die mit turbulenten, tragik­ko­mi­schen Verwechslungen.
Foto von Manfred Werner (Lizenz)

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