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Marillenknödel



Die Aprikose (Prunus armeniaca) wird in Österreich, Südtirol und in einigen Gebieten in Bayern Marille genannt. Es handelt sich um eine Obstsorte, die bereits im frühen Sommer auf die Märkte kommt.
Kleine Sprachinformation: Die österreichische Bezeichnung "Marille", sowie die Worte "Eierschwam­merl" (Pfifferling), "Topfen" (Quark), "Karfiol" (Blu­men­kohl), "Vogerlsalat" (Feldsalat), "Erdäpfel" (Kartoffel) und an­dere wurden ins "Protokoll Nr. 10 über die Ver­wen­dung spezifisch österrei­chis­cher Ausdrücke der deutschen Sprache im Rahmen der Europäischen Union" aufgenommen.
Marillenknödel sind eine Mehlspeise der österreichischen und böhmischen Kü­che. Vor allem in den Marillen-Anbaugebieten, wie der Wachau in Österreich und im Vinschgau in Südtirol, sind sie sehr verbreitet.

Es handelt sich um kleine, aus Teig (Topfen- oder Erdäpfelteig) geformte und mit Marillen gefüllte Knödel. Die Knödel werden gekocht und in gebräunten Bröseln gewälzt, mit Staubzucker bestreut und serviert.

Heutzutage findet man Marillenknödel ausschließlich als Nachspeise auf den Speisekarten der Restaurants. In früheren Zeiten, als es den Anspruch, jeden Tag Fleisch zu essen, noch nicht gab, galt dieses Gericht aber als sättigendes Hauptgericht, wie übrigens auch die meisten anderen österreichischen Mehl­speisen. Meine Mutter erzählte noch, dass zu ihrer Zeit regelrechte Wettessen un­ter den Kindern stattfanden, wenn dieses köstliche Gericht in den Sommer­mo­na­ten auf den Tisch kam.

Rezept
Zutaten
Marillen, Semmelbröseln, Butter, Puderzucker
Für den Erdäpfelteig
1/2 kg mehlige Erdäpfel
125-150 g Mehl
30 g Butter
1 Ei

Für den Topfenteig
400 g mageren Topfen (Quark)
180 g Mehl
70 g weiche Butter
1 Ei, 1 Eidotter
Geriebene Zitronenschale
1 Prise Salz

Zubereitung Erdäpfelteig
Die weichgekochten Erdäfpeln noch heiß schälen, durchpressen und mit allen Zutaten gut vermengen und rasch zu einem Teig verarbeiten, der etwa 5 mm dick ausgerollt wird.
Wachauer Marille
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Zubereitung Topfenteig
Die Butter mit dem Salz und der Zitronenschale schaumig rühren. Das Ei und das Eidotter untermengen, das Mehl und den Topfen beifügen und zu einem glatten Teig kneten, das einige Stunden im Kühlschrank ruhen sollte.
Zubereitung der Marillenknödel
Der ausgerollte Teig in entsprechend große Vierecke schneiden, auf die je eine Aprikose (in der der Kern durch einen Zuckerwürfel ersetzt wurde) ge­legt wird. Die Vierecke zusammenschlagen und zu Knödeln formen, wobei man sorgsam darauf achten muss, dass die Frucht ganz vom Teig umgeben ist, dieser aber möglichst dünn bleibt. Anschließend in siedendem Wasser etwa 6-7 Minuten kochen (die Kochdauer hängt von der Dicke des Teigs ab). Inzwischen die Semmelbrösel in der Butter rösten. Die fer­tigen Knödel darin wälzen, ggf. mit etwas zerlassener Butter übergießen und mit Puderzucker bestreuen.
Hinweis: Das gleiche Rezept kann auch für Zwetschgen- oder Kirschen­knö­del ver­wen­det werden.
 
 
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