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Eisenerz



Die Stadt Eisenerz liegt in der Steiermark, nordöstlich der Eisenerzer Alpen und südwestlich des Hochschwabs und ca 25 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Leoben. Die Geschichte des Ortes ist seit jeher fast aus­schließlich vom Erzabbau geprägt. Die Bewohner ver­dienten in den ver­gan­ge­nen Jahrhunderten damit ihren Lebensunterhalt. Der Erzberg gehört zu den bekanntesten Bergen in Österreich und ist nach wie vor eine der größten tou­ristischen Attraktionen der Steiermark.

Die reichlichen Eisenerzvorkommen des Erzbergs sollen auf einen Wasser­mann zurückzuführen sein. Laut der Sage vom Wassermann wurde in ur­alten Zeiten von der Eisenerzer Bevölkerung durch eine List ein Was­ser­mann, der aus den Fluten einer Wassergrotte aufgetaucht war, ge­fan­gen ge­nommen. Er wehrte sich mit seiner ganzen Kraft, aber es half nichts. Sie führ­ten ihn ins Tal hinunter, und als sie an der Stelle an­kamen, an der man erst­mals den Erzberg sehen kann, wollte der Was­ser­mann nicht mehr weiter. Er jammerte, tobte und schrie und versprach schließlich für seine Freilassung große Schätze.
Der Wassermann wird gefangen genommen
Daraufhin fragten ihn die Leute: "Was willst du uns geben?" Und der Wasser­mann schlug ihnen vor: "einen gold'nen Fuß (Gold für zehn Jahr), ein silber­nes Herz (Silber für hundert Jahr) oder einen eisernen Hut (Eisen für immerdar)".
Da riefen die Eisenerzer wie aus einer Stimme: "Den eisernen Hut, den wollen wir haben, Eisen auf immerdar!" Da zeigte ihnen der Wassermann den Erz­berg und sagte: "Sehet, dort steht er, dort ist jener Berg, der Euch in Ewigkeit das Eisen geben wird!" So bekam das Fabelwesen wieder die verspro­che­ne Freiheit und verschwand in einer Karstquelle, die seitdem als Wasser­mann­loch bekannt ist.
Das alte Rathaus
1230 wurde das Gebiet zum ersten Mal in einer Urkunde unter dem Namen Aerze erwähnt. 1293 in einer weiteren Urkunde der Name Ei­sen­ärzt. 1453 wurde der Stadt das Marktrecht verliehen. Bis Ende des 15. Jahr­hun­derts blühte der Erzabbau am Erzberg, aber der Dreißigjährige Krieg brachte das Eisenwesen fast gänzlich zum Erliegen.

Auf dem Bergmannsplatz
Im 19. Jahrhunderts übernahm schließlich das Land Steiermark den Bergbau und es wurde die "Innerberger Hauptgewerkschaft" ge­grün­det, die den Erz­berg bis 1881 verwaltete und bewirtschaftete. In diesem Jahr wurde sie von der "Oesterreichisch-Alpinen Montangesellschaft" abgelöst, die mit dem Eta­gen-Abbau am Erzberg begann, der dem Berg die heute so charakteristische Form gegeben hat.
Ortsaussicht
Über Jahrhundete hatte der Erzberg Arbeit und Wohlstand nach Ei­sen­erz ge­bracht. Als aber Mitte der 1960er Jahre die men­schli­che Arbeitskraft im Berg­bau durch Maschinen ersetzt wurden, begann der Abstieg. Konnten einst mehr als 4.500 Menschen in Arbeit stehen, so sind es heute weniger als 200. Und seit den 1950er Jahren schrumpfte die Bevölkerung von Eisenerz auf fast ein Drittel, die heutigen 4.800.
Der Erzberg
Das Bergwerk unter Tage wurde erst 1986 geschlossen, womit Jahrhunderte mühsamer und gefährlicher Arbeit ihr Ende fanden. Wie arbeitsintensiv diese einst war, lässt sich aus einigen Zahlen ersehen. Während des Zweiten Welt­kriegs arbeiteten hier mehr als 8000 Men­schen für die Hermann-Göring-Wer­ke. Und auch nach dem Krieg zählte man 1958 noch 4500 Knappen.
Mit dem "Hauly" unterwegs auf dem Erzberg

Heute werden Besucher aus aller Welt dazu eingeladen, auf der Ladefläche eines umgebauten Schwer-Lkws, eines gigantischen, 860 PS-starken Mul­den­kip­pers, der "Hauly" [] genannt wird, den Erz­berg zu befahren. Dieser Koloss ist 11,5 m lang, 5,5 m breit, und 4,5 m hoch. Sein Gewicht beträgt 55 Tonnen. Vor sei­nem Umbau zum größten Touristenaxi der Welt konnte er 77 Tonnen Gestein auf­neh­men. Heute können 64 Besucher in dem um­ge­bau­ten Fahrzeug Platz nehmen. Die of­fizielle Bezeichnung lautet Haulpark Truck 85 C. Er wurde 1980 in Illinois in den USA von der Firma WABCO ge­baut und war 11 Jahre am Steirischen Erzberg im Einsatz.
Unterwegs im Bergwerk
Die Arbeit der Knappen im Erzberg, wie sie einmal war, kann man heute nur noch an­nä­hernd im Schau­bergwerk Eisenerz nachzuvollziehen, im Rahmen einer Führung durch den unter­ir­di­schen Labyrinth aus still­gelegten Stollen.
Als Sehenswürdigkeiten von Eisenerz ist an erster Stelle die Eisenerzer Pfarrkirche St.Oswald zu nennen, die eines der ältesten und eindrucksvollsten Wehrkirchenbauwerke Österreichs darstellt.
Der Schichtturm
Ein weiteres Wahrzeichen von Eisenerz ist der Schichtturm, ein Renais­san­ce­turm, den man von der Altstadt aus über über einen Kreuz­weg oder kurze Serpentinen erreicht. Vom Schichtturm aus hat man einen Blick wunderbaren Blick über die Stadt, den Erzberg und das Gebirge.
Im Norden des Gemeindegebietes liegt der Leopoldsteinersee, ein male­ri­scher Bergsee, der in heißen Sommern zu einem kühlen Bad einlädt.
In den Gassen der Altstadt
Eisenerz ist eine historisch gewachsene Stadt, deren Ursprung auf die Zeit um das Jahr 700 zurückgeht. In der fast intakten Altstadt befinden sich zahlreiche architektonische Schmuckstücke. Nur die Peripherie ist durch hässliche Mas­sen­siedlungen, die in der Zwischenkriegszeit für die damals wachsende Zahl der Bergarbeiter und ihre Familien gebaut wurden, ziemlich verunstaltet wor­den. Seit 2007 versucht die Stadt mit dem Rückbauprogramm re-design Eisenerz, den sinkenden Einwohnerzahlen gerecht zu werden und auf viel­fältige Weise Strategien für Rückbau, Umnutzung und Zentrums­ent­wick­lung umzusetzen.

Seit 1995 findet in Eisenerz alljährlich im Mai oder Juni das größte Motor­rad­ren­nen seiner Art in Europa statt, das Erzbergrodeo.
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Das Erzbergrodeo ist spannender als der spannendste Hollywood-Thriller. Das anerkannt härteste Gelände-Eintagsrennen der Welt verlangt den Mo­tor­rad­fahrern wirklich alles ab - Fahrkönnen, Kondition und viel Mut.
 

Der Erzberg

Als ich das erste Mal an der Stadt Eisenerz vorbeifuhr, fand ich die be­rühmte Industriestadt nicht gerade ein­la­dend. Die großen Arbeiter­sie­dlun­gen wie das Voest-Werksgelände vermiesten mir den Eindruck, die anziehenden Ecken der (fast) au­to­freien Altstadt sah ich nicht.
Um so beeindruckender fand ich den Erzberg mit seinen gelb­brau­nen Stu­fen, die, zusammen mit den Schnee­res­ten, den Stein­brocken und den Wasserpfützen, mir wie ein riesiges abstraktes Mus­ter erschien, das mich fast an ein Kunstwerk denken ließ. Unter dem düsteren Himmel be­kam die kahle, von Menschenhand zerstörte Land­schafts­en­klave bei­na­he Züge einer faszinierender Unterwelt.

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